25 Jahre Engagement für Menschen mit Demenz – Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung hilft Betroffenen und fördert Forschung

Die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern und die Grundlagenforschung zu Demenz zu fördern, das ist das Anliegen der Hans und Ilse Breuer-Stiftung. Die Stiftung wurde auf Grund der persönlichen Betroffenheit von Ilse Breuer in den 90er Jahren durch die Unternehmer Hans Breuer und seine beiden Söhne am 12. Dezember im Jahr 2000 in Frankfurt am Main gegründet. Nach dem Tod von Hans Breuer übernahm 2002 der älteste Sohn Peter Breuer den Vorsitz im Kuratorium und entwickelte die strategische sowie inhaltliche Ausrichtung der Stiftung. Die Stiftung verknüpft die beiden definierten Hauptziele: Betroffenenhilfe und Förderung der Grundlagen- und Versorgungsforschung.

Das „StattHaus Offenbach“ als Modellprojekt

Von 2006 bis 2012 förderte die gemeinnützige Stiftung viele beispielhafte Projekte in den Bereichen  Versorgung und Betreuung, die das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familien erleichtern. 2010 wurde die Entscheidung getroffen, als eigenes Vorhaben und Modellprojekt ein Beratungs-, Betreuungs- und Begegnungszentrum rund um das Thema Demenz aufzubauen und Räumlichkeiten für eine ambulant betreuten Wohngruppe zu schaffen, wofür eine denkmalgeschützte Immobilie in Offenbach erworben und umfassend saniert wurde.

Im November 2014 konnten erstmals neun Menschen mit Demenz in das „StattHaus Offenbach“ einziehen. In geteilter Verantwortung wird die Wohn-Pflege-Gruppe gemeinsam von Angehörigen, einem ambulanten Pflege- und Betreuungsteam, freiwilligen Helfern sowie von der Stiftung als Vermieter organisiert und begleitet. Hilfesuchende finden im „StattHaus“ vielfältige Angebote für Betroffene und Angehörige, die von Beratungen, Seminaren und Informationsveranstaltungen bis hin zur Tagesbetreuung reichen. Ein kleines Café mit Terrasse dient als Begegnungsstätte für die Bewohner, Besucher, freiwillig Unterstützende und Nachbarn des Hauses. Das Konzept des Demenzzentrums verbindet damit auf ideale Weise Beratung, Information und Wohnen mit der Unterstützung von Angehörigen.

So konnte sich die Stiftung über die Auszeichnung vom Land Hessen als „Stiftung des Jahres 2016“ freuen, die Staatsminister Wintermeyer bei Übergabe der Urkunde begründete: „Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung engagiert sich beispielhaft in der Erforschung und im Kampf gegen die Demenz. Mit der von ihr konzipierten Einrichtung ‚StattHaus Offenbach‘ ist eine Begegnungsstätte für Demenzpatienten und gesunde Menschen entstanden, die hilft, Ängste vor der immer mehr in den Fokus rückenden Krankheit abzubauen.

Mit großem Engagement und hoher Professionalität wird ein ganzheitliches Konzept von der Beratung
bis zur Betreuung entwickelt – ein Modell mit Vorbildfunktion“.Darüber hinaus repräsentiert die Stiftung seit 2016 auch die Hessische Fachstelle für selbstverwaltete ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz, die eine Beratung zur Gründung oder Entwicklung von Demenz-Wohngemeinschaften anbietet.

Gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) der
Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) startet die Hans und Ilse Breuer-Stiftung 2022 das
vielbeachtete hessische Modellprojekt „MyCareNet“ für Menschen mit Demenz unter 65 Jahren – mit
der Internetadresse www.demenz-vor-65.de.

Förderung der Grundlagen- und Versorgungsforschung

Seit 2006 verleiht die Stiftung den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis, mit dem bislang 25 Preisträger gewürdigt wurden. Ebenfalls seit 2006 hat die Stiftung bereits 40 Promotionsstipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens schrieb die Stiftung 2020 zusätzlich erstmals einen Sonderpreis für herausragende Publikationen im Forschungsbereich Demenz für Nachwuchsforscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) aus, mit dem die Stiftung seit 2020 eng zusammenarbeitet. Weitere Vergaben des Preises folgten seitdem jährlich.

Die Verleihung der Forschungspreise erfolgte traditionell im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachver-
anstaltung wie beispielsweise dem Eibsee-Meeting „Cellular Mechanisms of Neudegeneration“. Dieser
renommierte Alzheimer-Kongress bringt unter Leitung von Prof. Jonas Neher vom DZNE München und
der Ludwig-Maximilians-Universität München, Experten aus der ganzen Welt zusammen. Er wird von
der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Kooperation mit dem DZNE und dem Excellenzcluster SyNergy
ausgerichtet und finanziert. 2023 wurden erstmals die Preisträger der Publikationspreise in Frankfurt im Rahmen der stiftungseigenen Veranstaltung „Demenz – Reise einer Veränderung“ ausgezeichnet. Der
Alzheimer-Forschungspreis wurde 2025 zum ersten Mal während einer gemeinsamen öffentlichen
Veranstaltung vom DZNE und der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Bonn verliehen. Darüber hinaus fördert die Stiftung seit 2020 auch den jährlichen Kongress des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung,
dessen Vorsitzender Prof. Wolfgang Hoffmann, Universitätsmedizin Greifswald und DZNE Rostock/
Greifswald ebenfalls Kuratoriumsmitglied ist.

Peter Breuer, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, betont „Die Erfolge der zurückliegenden 25 Jahre
sind für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich, unser Engagement stetig weiterzuentwickeln und uns auch in Zukunft mit aller Kraft für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einzusetzen. Demenz muss in der Öffentlichkeit noch mehr als herausforderndes Thema wahrgenommen werden!“