Hier im Demenzzentrum StattHaus Offenbach bieten wir von montags bis freitags zwischen 10 und 14 Uhr Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz an. Bis zu acht Gäste werden täglich von Fachkräften mit viel Erfahrung sowie von ehrenamtlich Engagierten und Praktikanten aus Schule oder Studium liebevoll begleitet. Es wird gemeinsam gesungen, erzählt und gespielt; auch Bewegung und kleine Spaziergänge stehen täglich auf dem Programm.
Unsere Gäste befinden sich meist in einer frühen bis mittleren Phase der Demenz und leben in der Regel noch zu Hause mit ihren Kindern oder Partnern. Einige erhalten Unterstützung vom Pflegedienst, sind jedoch während der Zeit bei uns nicht auf Pflege angewiesen.
Neben diesen Gemeinsamkeiten sind unsere Gäste jedoch sehr unterschiedlich. Nicht nur, was das Alter betrifft: Da sind jene, die ihre eigene Erkrankung reflektieren und möglichst viel über sie wissen wollen, offen darüber sprechen. Bei manchen von ihnen erkennt man die Erkrankung beim ersten, zweiten Kontakt auch noch gar nicht. Und es gibt jene, für die Demenz ein Tabuthema ist, die es verdrängen und nicht darüber reden wollen – auch das ist in Ordnung und wird akzeptiert und respektiert. Es gibt körperlich noch sehr aktive Gäste und andere, die kaum noch laufen. Unsere Aktivitäten richten wir dieser Bandbreite entsprechend aus. Aufgrund unserer Gruppengröße und der Vielzahl von Betreuenden ist es uns möglich, individuelle Vorlieben und Ressourcen zu beachten und zu stärken. Einige unserer Gäste reden gerne und viel, andere beobachten lieber. Und wieder andere kommunizieren eher durch Gestik, Mimik, Körperhaltung, weil ihnen die Wörter schon verloren gegangen sind.
Was allen wiederum gemein ist: Jede und jeder profitiert von dieser Zeit und den anderen Gästen. Manche, weil sie sich durch uns ein Stück weit um andere kümmern können. Andere, weil sie jemanden haben, der ihnen zuhört. Und wieder andere, weil sie in den Stunden bei uns einfach nichts tun müssen, aber so vieles tun können. Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit, die wir immer wieder beobachten und die uns fasziniert und auch berührt: Dadurch, dass die Gäste an festen Wochentagen kommen – einige nur ein oder zwei Mal, andere jeden Tag der Woche – lernen sie sich über die Zeit gut kennen. Und so fällt uns gerade beim Spazierengehen immer wieder auf, dass sie aufeinander achten: Beispielsweise haken sich zwei wie selbstverständlich ein, weil so das Laufen leichter fällt. Ein Herr achtet sehr auf eine Dame und bleibt immer mal wieder stehen, da sie nicht so gut zu Fuß ist und sie auf diese Weise neben- und miteinander gehen können. Ein Herr schiebt gerne den Rollstuhl eines anderen Gastes – es sind kleine, liebevoll begleitete Gruppen, die bei uns jeden Tag zusammenkommen. Wir freuen uns, zur Lebensqualität von Menschen mit Demenz beitragen zu können.
